Wahrnehmen von Verbundenheit

Workshop für PsychotherapeutInnen

24.4.2020 - 25.4.2020

Ziel des Seminars ist eine Vertiefung des Verständnis der Psychodynamik von Beziehung im professionellen Kontext. Insbesondere soll es um die versteckte Scham der PatientIn gehen, sich nicht trennen zu wollen. M.E. kann die meist unbewusste Angst vor dieser Scham ein entscheidender Grund sein, die Psychotherapie vorzeitig zu beenden. Es soll um die Vermittlung eines Werkzeuges gehen, der PatientIn in ihrer diesbezüglichen Verletzlichkeit Halt zu geben.

Inhalt: Durch die intersubjektive Wende wurde die PatientIn vom Objekt unser Behandlung zum Subjekt unser Begegnung. Von dem Konzept der Mentalisierung ausgehend, werden wir versuchen den Spielraum, der durch die intersubjektive Wende in der professionellen Beziehung entstanden ist, auszuloten. Ist diese Wende wirklich schon abgeschlossen? In vielen unserer psychodynamischen Konzepte ist „Getrenntheit“ selbstverständliche Voraussetzung für Individuation. Gleichzeitig wissen wir, dass alles sich gegenseitig beeinflusst. Meines Erachtens arbeiten wir mit einer Unschärfe in unserem Menschenbild. In diesem Seminar werden wir dem Konzept der Getrenntheit das einer „Differenzierung von Verbundenheit“ gegenüberstellen. Eine Idee, die uns bei der Differenzierung von Stammzellen selbstverständlich erscheint.

Wir werden untersuchen, welche Bedeutung diese Unterscheidung für unsere Vorstellungen von Übertragung, Gegenübertragung, Abstinenz und insbesondere für das Beenden der psychotherapeutischen Behandlung hat. In diesem Zusammenhang wäre es schön, gelänge es uns in der Gruppe, offen über ganz kleine Gefühle zu sprechen. Gefühle von Unsicherheit, über die, auch bei einem gelungenen Abschied, vielleicht manchmal eher nicht geredet wird.

Didaktik: Vortrag, mitgebrachte Fallbeispiele, Träume, Imaginationen (KIP) und Diskussion.

Literatur: Benjamin J. (1988): Die Fesseln der Liebe. (Fischer), Boesch M. (2007): Die Liebe in der Psychotherapie. (Imagination), Stern D.N. (2005): Der Gegenwartsmoment. (Brandes & Apsel) , Tiedemann J.L. (2013): Scham. (Psychosozial-Verlag) Wilber K. (1995): Eros, Kosmos, Logos. (Fischer Taschenbuch Verlag)

Referent:
Dr. Mathias Boesch
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychotherapeut (KIP)

Zeit:   Freitag, 24. April, 16.00 – 20.00 Uhr und
Samstag, 25. April, 9.00 – 18.00 Uhr
Ort:   Geschäftsstelle der ÖGATAP
1150 Wien, Mariahilfer Straße 176/8
Preis:   264,– € für Mitglieder der ÖGATAP, 318,– € für Nicht-Mitglieder
Anrechnung:   15E Fortbildung für graduierte PsychotherapeutInnen lt. PThG.





 

Anmeldung erforderlich! office@oegatap.at