Einführung in die TFP (Übertragungsfokussierte Psychotherapie der Borderlinestörungen, Transference Focused Psychotherapy)


Online Seminar
Prof. Otto F. Kernberg

Samstag, 12. Juni 2021, 16.00 – 20.00 Uhr
Sonntag, 13. Juni 2021, 16.00– 20.00 Uhr (10 E)

Otto F. Kernberg wird die psychoanalytischen Grundlagen und die lebendige Entwicklung der TFP über fünf Jahrzehnte bis heute beschreiben (in deutscher Sprache!)

Otto F. Kernberg ist Professor für Psychiatrie am Weill Cornell Medical College und Direktor des Personality Disorders Institute am New York Presbyterian Hospital und ist Ehrenspräsident der ISTFP. Er ist Lehranalytiker und war von 1997 bis 2001 Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung.

Auf den Arbeiten Otto Kernbergs zur Borderline-Persönlichkeits-Organisation fußend steht mit der TFP eine mittlerweile weltweit verbreitete störungsspezifische psychodynamische Behandlungsmethode zur Verfügung, deren Wirksamkeit wissenschaftlich gut abgesichert ist. Seit ist eine moderne Anwendung objektbeziehungstheoretischer Behandlungsmodelle und wird seit 1999 als Manual publiziert.

Zentral sind das Begrenzen destruktiven Agierens und das Fokussieren auf die Übertragungsbeziehung zwischen TherapeutIn und PatientIn im „Hier-und-Jetzt“, sowie die konsequente Berücksichtigung der Erfahrungen der Patienten ausserhalb der Therapie. Die Methode eignet sich für die Behandlung von Bordererline-Persönlichkeitsstörungen und anderen schweren Persönlichkeitsstörungen sowie für Patientinnen mit komorbiden Ess- und Somatisierungsstörungen, Abhängigkeitserkrankungen oder forensischen PatientInnen. Das Behandlungsspektrum wurde inzwischen durch eine Übertragungsfokussierte Therapie der neurotischen Persönlichkeitsstörung ergänzt.

Das aktive therapeutische Vorgehen konzentriert sich von Anfang an auf die psychodynamischen Techniken der Klärung, Konfrontation und Interpretation unbewusster Objektbeziehungsdyaden, die sich im „Hier-und-Jetzt“ der Übertragung und Gegenübertragung als typische Rollenpaare (z. B. „Täter“– „Opfer“) manifestieren. Das frühzeitige Einsetzen von metaphorischen Deutungen soll dem Patienten/der Patientin in der therapeutischen Dyade erste Intergrationsschritte zwischen seinen Affekten und Handlungen ermöglichen. Aggressive und selbstdestruktive Anteile der PatientInnen stehen früh im Zentrum der von technischer Neutralität geprägten Behandlung. 

Dieses Einführungsseminar (Modul1) findet im Rahmen des 6. Weiterbildungscurriculums für psychodynamische Psychotherapie der Borderline-Störungen statt.


Kosten:           € 190,– für Mitglieder der ÖGATAP
                        € 250,– für Nichtmitglieder
Anmeldung:   Online-Anmeldung
                        oder per E-Mail an office@oegatap.at