Tiefenpsychologisch orientierte ­Paartherapie

Fachliche Leitung und Konzeption: Kristiina Linna-Lutz 
Organisation: Geschäftsstelle der ÖGATAP
Veranstalter: ÖGATAP


Inhalt und Ziel

Diese Fortbildungsserie orientiert sich an einem tiefenpsychologischen Ansatz und integriert neben einigen kreativen gestalterischen Elementen vorwiegend die Motive, Erfahrungen und Vorgehens­weisen der Katathym Imaginativen Paartherapie sowie der Hypnose. Diese Fortbildungsserie dient zur Wissens- und Kompetenzvermittlung von paartherapeutischen Themen; sie ist die Grundlage für eine qualifizierte psychotherapeutische Arbeit mit Paaren.

 
Aufbau und Umfang

Die TeilnehmerInnen können nach ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen unterschiedliche Seminare besuchen. Die Seminare sind teilweise in Internationale Seminare der ÖGATAP integriert (Goldegg und Bad Radkersburg), teilweise finden sie als Einzelveranstaltungen statt. Für das Erlangen eines paartherapeutischen Zertifikats durch die ÖGATAP sind insgesamt 60 Unterrichtseinheiten aus Seminarbesuchen (Theorie und Selbsterfahrung) und zwei Fallvorstellungen von Paartherapiefällen in einer paartherapeutischen Supervisionsgruppe (4 × je 5 Einheiten) notwendig. Bereits, nach Abschluss der Ausbildung, absolvierte Paartherapieseminare der ÖGATAP können angerechnet werden.

 
Veranstaltungen

P1   Paartherapie mit dem Katathymen Bilderleben. Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten (Seminar, 20 EH)
    L. Kottje-Birnbacher, Mai 2018, Goldegg
    Das Paar-KB eignet sich gut als Einstieg in die Paartherapie: In gemeinsamen Imaginationen des Paares spiegelt sich die gegenwärtige psychische ­Situation und Beziehungsstruktur des Paares, und der Therapeut kann in einem geschützten Entwicklungsraum an der Klärung von Problemsituationen und der Förderung von Ressourcen arbeiten.
Der Kurs soll in die praktische Arbeit mit Paar-Imaginationen einführen. Anhand von Fallbeispielen und Selbsterfahrungsübungen werden geeignete Motive vorgestellt (z. B. zum Umgang mit Nähe und Distanz, Aggression) und die therapeutische Begleitung und Aufarbeitung geübt.
 
P2   Diagnostik in der Paartherapie: Spurensuche im ­Beziehungsdschungel (Seminar, 7 EH)
    K. Linna-Lutz, Mai 2018, Goldegg
    Eine gezielte diagnostische Herangehensweise kann der TherapeutIn beim Beginn einer Paartherapie helfen, die Sachlage besser zu verstehen und Komplexität zu reduzieren (Problemstellung, Auf‌tragsklärung, momentane Lebenssituation, Vorgeschichte usw.). Wir als KIP-TherapeutInnen haben mit den Imaginationen ein gutes Instrumentarium, in kurzer Zeit viel Diagnostisches über das Paar, aber auch über die Einzelpersonen zu erfahren. Zusätzlich zur Reflektion über die Paardynamik (Kollusionskonzept) sind auch die diagnostischen Überlegungen zu den Einzelpersonen (Objektbeziehungstheorie) von Bedeutung. Das hilft uns zu verstehen, welche Beziehungserfahrungen (Sehnsüchte, ungelöste Konflikte, Muster usw.) in die Paarbeziehung einfließen.
In diesem Seminar werden wir neben theoretischen Überlegungen mit Hilfe einer Fallvignette die Diagnostik in der Paartherapie besser kennenlernen und diskutieren.  
 
P3   Paartherapie in der Praxis: Von Urlaubsreisen und roten Bänken ­(Seminar, 12 EH)
    ­K. Linna-Lutz, P. Pichler, September 2018, Bad Radkersburg
    Im Zentrum dieses Seminars steht das praktische Üben mit den Werkzeugen der KIP-Paartherapie, insbesondere den Imaginationen mit paartherapeutischen Motiven. Zusätzlich ist es für die eigene Kompetenz nützlich, mehr über die theoretischen Hintergründe (Kollusionen, Abwehr, Übertragung) der tiefenpsychologisch geführten Paartherapie zu erfahren. Das Reflektieren der eigenen Rolle als PaartherapeutIn ist in diesem speziellen Dreiersetting ­(TherapeutIn und das Paar) von besonderer Bedeutung und deutlich anders als im einzeltherapeutischen Setting: Wo liegen meine speziellen Ressourcen mit einem Paar zu arbeiten, und wo liegen womöglich meine blinden Flecken?
 
P4   Liebe im Zeitalter des Narzissmus (Vortrag, 2 EH)
    D. Revenstorf, 22. Oktober 2018, Wien
 
P5   Hypnose und Paartherapie: 1 + 1 > 2 (Workshop 16 EH)
    E. Pollani, 12. – 13. April 2019, Wien
    Die Arbeit mit Paaren ist für Psychotherapeuten oft mit einer großen Herausforderung verbunden: Die Vielfältigkeit der therapeutischen Anliegen, die Individualität der Biographien und der Lebens-Geschichte, die unterschiedlichen Bedürfnisse, Anliegen und oft auch Ziele in einer Paar-Therapie fordern ein Maximum an Kreativität.
Der strategische Einsatz von Hypnose und insbesondere auch die Ego-State-Therapie bieten wirkungsvolle Interventionen, mit der Unterschiedlichkeit und Vielfalt therapeutisch umzugehen. Das Paar mit seinen Ego-States, der Therapeut mit seinen eigenen Ego-States, systemische Zusammenhänge und natürlich Hypnose sind die Zutaten für ein lustvolles Arbeiten im Paar-Setting.
 
P6   Ich als Gegenüber, ich als Partnerin/Partner (Seminar, 20 EH)
    I. Glinig, K. Linna-Lutz, Mai 2019, Goldegg
    In diesem Workshop wollen wir uns ganz uns selbst widmen, mit all unseren eigenen Beziehungsthemen: Was habe ich aus meiner Geschichte, den Beziehungen mit Eltern und anderen Bezugspersonen mitgekriegt, wie gehe ich mit Themen wie Autonomie, Abhängigkeit, Nähe-Distanz, Triangulierung, Krisen, Trennung, Aggression, Geheimnissen, Verlust und Vergänglichkeit um? Wie sieht es mit meiner Beziehungs- und Liebesfähigkeit aus, was habe ich für Sehnsüchte und Wünsche? Lebe ich hetero-, homo- oder bisexuelle Beziehungen, oder bin ich Single? Wie erlebe ich Erotik und Sexualität in meiner Partnerschaft?
Und wie wirkt sich das alles auf mich als TherapeutIn in der Beziehung zu meinen PatientInnen aus?
 
P7   Krisen in der Paarbeziehung (Vortrag, Workshop und Supervision)
    R. Kreische, 4. – 5. Oktober 2019, Wien
 
P8   Bindungs- und emotionsorientierte Paartherapie (Workshop, 16 EH)
    St. Freidel, 27. – 28. März 2020, Wien
    Eine Bindungs- und Emotionsorientierung hilft die Paartherapie zu fokussieren, zu intensivieren und sie nachhaltiger zu gestalten. Sie erleichtert, beide Partner abzuholen, ihre Verhaltensweisen und bewussten Gefühle zu würdigen und in den Kontext eines maladaptiven Musters zu stellen. Unbewusste Bindungsängste und -wünsche werden exploriert und im geschützten Rahmen zunehmend ausgedrückt und beantwortet. Dadurch können beide Partner füreinander zur sicheren emotionalen Basis werden. Genetisch wichtige Bindungserfahrungen, Konflikte und Traumata werden auf dieses Ziel hin einbezogen. Das Ansprechen jeweils prozessrelevanter Sinneskanäle erleichtert den Zugang zu emotional schwer zugänglichen Partnern.
Diese Betrachtungsweise wird mit Theorie, Fallbeispielen und Übungen vorgestellt. Daneben wird der Umgang mit Außenbeziehungen und Affären aus dieser Sicht diskutiert.
 
P9   Erotik, Sexualität und Beziehung (Seminar, 20 EH)
    I. Glinig, Ph. Pichler, Mai 2020
    Kaum ein Bereich unseres Lebens und unserer Beziehung ist mit so vielen Erwartungen besetzt wie die Erotik und Sexualität. Sie sind einerseits Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklung, andererseits ein Spiegel unserer Beziehung mit uns selbst und anderen.
In der Partnerschaft kann Erotik und Sexualität Freude und Verbundenheit bringen, aber auch zum Spielfeld des Agierens und der Destruktivität werden.
Im Workshop werden wir uns dem eigenen Erotisch-Sexuellen widmen, den unterschiedlichsten Sexualitäten und ihrer Dynamik und vor allem der Paartherapie. Wir werden den Bogen spannen von Selbsterfahrung, Theorie und viel praktischem Üben von Paartherapiesituationen zum Erotisch-Sexuellen. Die spezielle Übertragungs- und Gegenübertragungssituation wird im Fokus sein.
 
P10   Brückenschlag und Blumenstrauß (Workshop, 16 EH)
    K. Linna-Lutz, U. Scheiblauer, 16. – 17. Oktober 2020, Wien
    In diesem letzten Seminar der Fortbildungsserie geht es um die Aneignung weiterer wichtiger Kompetenzen für den paartherapeutischen Alltag. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der Versöhnungsarbeit und der Ressourcensuche und dem Umgang mit den Themen Trennung und Abschied.
In diesem Seminar geht es auch um die eigene Fürsorge von uns TherapeutInnen für uns selbst, während und nach den Therapie-Sitzungen und um den Abschluss von Therapien. Schlussendlich soll hier auch der Abschluss der Fortbildungsserie gemeinsam reflektiert werden.



 
ReferentInnen und SupervisorInnen

Freidel Stefan, Dr. med., FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Paartherapeut, Supervisor für Paartherapie und KIP, Uster (Schweiz)

Glinig Ines, Psychotherapeutin und Lehrtherapeutin mit partieller Lehrbefugnis (KIP), Paartherapeutin, Supervisorin, Pädagogin, Yogalehrerin, Graz

Kottje-Birnbacher Leonore, Dr. phil., Paartherapeutin (KIP), Lehrtherapeutin (KIP) der AGKB, Düsseldorf

Kreische Reinhard, Prof. Dr. med., Psychotherapeut, Göttingen

Linna-Lutz Kristiina, Psychotherapeutin (KIP), Paartherapeutin, Lehrbeauf‌tragte für Paartherapie in der ÖGATAP, Supervisorin für Paartherapie und Musiktherapeutin, Wien

Pollani Eva, MSc, Psychotherapeutin (HY), Lehrtherapeutin für HY in der ÖGATAP, Grafenbach (NÖ)

Pichler Philipp, Dr.med., FA für Psychiatrie, Psychotherapeut (KIP), Wien

Revenstorf Dirk, Dr., Prof. für klinische Psychologie, Psychotherapeut, Tübingen

Scheiblauer Ute, Mag. phil., Psychotherapeutin (KIP), Pädagogin,  Wien
 

 
Teilnahmevoraussetzungen

Graduierte PsychotherapeutInnen in tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

 
Anrechenbarkeit

Die Paartherapeutische Fortbildungsserie wird vom Bundesministerium für Gesundheit als Fortbildung gemäß Psychotherapiegesetz anerkannt.
Genauer Ort und Zahlungsmodalitäten werden noch bekannt gegeben.

 
Information und Anmeldung

Die Veranstaltungen können einzeln gebucht werden.
Genauer Ort und Zahlungsmodalitäten werden noch bekannt gegeben.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte das
Sekretariat der ÖGATAP: 01 523 38 39, office@oegatap.at oder
Kristiina Linna-Lutz: 0676 562 67 84, kristiina.linnalutz@gmail.com

AnhangGröße
Kurzprogramm Paartherapie35.63 KB