Jour fixe Wien 2021-2023

                                                                   

DIAGNOSTIK

 

 

11.10.2021 Tanja Liebl, BSc:
Körperorientierte Psychotherapie in der Behandlung von Traumafolgestörungen: Die „Nutzbarmachung“ des Körpers in der Diagnostik


15.11.2021 Dr. Bernhard Brömmel, Dr.in Jadranka Dieter, Dr. Hans Kanitschar, Dr.in Mathilde Pichler:
Ein diagnostisches Quartett. Psychotherapeutische Diagnose(n) aus verschiedenen Perspektiven anhand eines Falles
              
13.12.2021 Ao.Univ.Prof. Dr.med.univ. Thomas Stompe:
Psychopathologie im Film

10.01.2022 Priv.-Doz.in MMag.a Dr.in Johanna Muckenhuber, Mag. Reza Nourbakhch-Sabet:
Verschwörungstheorien, Verschwörungsdenken - Eine sozialpsychologische und psychodynamische Betrachtung

14.02.2022 Dr.in Isolde Morawitz:
Diagnostik auf der therapeutischen Beziehungsebene - Zur Übertragung und Gegenübertragung im Rahmen der Übertragungsfokussierten Psychotherapie

14.03.2022 Kristiina Linna-Lutz, Mag.a Regina Zörer:
Diagnostik in der Paartherapie

25.04.2022 Dr.in Sylvia Zwettler-Otte:
Ein Konflikt von unvereinbaren Idealen

13.06.2022 Eva Gallacher, MAS, MBA:
Psychotherapie mit Hochbegabten

Juni   2022 Mag. Stephan Engelhardt:
Sonder-Jour fixe

10.10.2022 Mag.a Margot Artner:
Auf der Suche nach Symbolen

07.11.2022 Mag.a Clara Bretschneider:
Die Nutzung von Träumen bei diagnostischen Überlegungen und im weiteren therapeutischen Prozess

12.12.2022 MMag.a Regina Schnallinger:
Spielend diagnostizieren - Projektive Tests und Imaginationen in der Diagnostik mit Kindern und Jugendlichen

16.01.2023 Dr.in Barbara Laimböck:
Sexuelle Funktionsstörungen

13.02.2023 Mag. Stephan Schmidmayer:
Zwei-Personen-Psychologie und Strukturdiagnostik

13.03.2023 Mag.a Angelika Harrer:
ICD-11: Neuerungen bei der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen

17.04.2023 Jour de surprise

Juni   2023 Mag. Stephan Engelhardt:
Sonder-Jour fixe

 

 

 

 

Im Jour fixe-Programm für die diesmal längere Saison 2021-2023 haben wir den inhaltlichen Schwerpunkt auf das Thema Diagnostik gelegt. In bereits bekannter Weise haben die Vorträge einen unterschiedlich starken Bezug zu diesem Thema.

 

Den Beginn unserer Vortragsreihe macht Tanja Liebl: Traumatische Erfahrungen und daraus resultierende Traumafolgestörungen können sich auf vielfältigen Ebenen auswirken. In ihrem Beitrag beleuchtet Tanja Liebl die körperliche Ebene im Sinne des „verkörperten Schreckens“ und deren Stellenwert in der Behandlung und Diagnostik unter Einbeziehung des Ego-States-Modells.

 

Besonders freut uns, dass wir Bernhard Brömmel, Jadranka Dieter, Wolfgang Oswald und Mathilde Pichler für eine Neuauflage des diagnostischen Quartetts gewinnen konnten! Anhand eines konkreten Falles werden die Vortragenden ihre unterschiedlichen Perspektiven einbringen und diskutieren.

 

Dass es einerseits unterhaltsam und andererseits bereichernd ist, sich über die Diagnosen von Bösewichten im Film Gedanken zu machen, zeigt uns Thomas Stompe. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Forensiker und u.a. Herausgeber von "Der psychisch kranke Täter in Film und Massenmedien".

 

Mit einer sozialdiagnostischen Perspektive betrachten Johanna Muckenhuber und Reza Nourbakhch-Sabet das Thema Verschwörungsdenken am Beispiel Covid-19. Ebenso werden mit psychodynamischer Brille Situationen aus dem Therapiealltag betrachtet.

 

Isolde Morawitz wiederum wird Ihren Gedanken und Erfahrungen zum Thema Diagnostik auf der therapeutischen Beziehungsebene nachgehen. Anhand von Mikroszenen und Imaginationen aus Fallvignetten wird sie mittels Übertragung und Gegenübertragung diagnostische und differentialdiagnostische Überlegungen anstellen und die Unterschiede zwischen Struktur- und Konfliktpathologien darstellen.

 

In der tiefenpsychologisch geführten Paartherapie gibt es mehrere diagnostische „Säulen“, die uns helfen, die Dynamik des Paares besser zu verstehen. Kristiina Linna-Lutz und Regina Zörer möchten diese Möglichkeiten in ihrem Vortrag präsentieren und anschließend gemeinsam anhand von Fallbeispielen aus der Praxis diskutieren.

 

Die natürlichen Unterschiede wissenschaftlicher Disziplinen, jener, die sich auf objektiv Messbares und auf die Evidenz von Beweisen stützen, und jener Disziplinen, die ihr Wissen auf anderen, eher subjektiven Wegen gewinnen, entsprechend anders anwenden, und daher auch nur auf andere Weise und nicht mit ihnen fernen Maßstäben gemessen werden können, beeinflussen erheblich die Psychotherapien selbst und die Diagnosen. Einige Ideen zu möglichen Lösungen wird Sylvia Zwettler-Otte vorstellen und diskutieren.

 

Eva Gallacher geht in ihrem Vortrag der Frage nach, in welcher Weise sich eine vorliegende Hochbegabung bei Patient*innen auf das therapeutische Geschehen auswirkt. Dabei kommen häufige Fehl- und Doppeldiagnosen genauso zur Sprache wie besondere Anforderungen an den/die Therapeut*in.

 

Danach wird Stephan Engelhardt einen seiner wunderbaren Sonder-Jour fixe Vorträge halten. Genaueres über Inhalt, Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben!

 

Nach einer Sommerpause wird Margot Artner über mögliche Zugänge zum Verständnis von Bildern und Sprache schwer traumatisierten und/oder psychotischen Menschen sprechen.

 

Welche Rolle nächtlichen Träumen in KIP-Therapien zukommen kann, wird der Vortrag von Clara Bretschneider anhand einiger Fall-Vignetten ausschnittweise beleuchten.

 

Regina Schnallinger wird aus ihrem Fundus an Erfahrungen mit projektiven Verfahren und Imaginationen zeigen, wie man diese für die diagnostische Abklärung bei Kindern und Jugendlichen nutzen kann.

 

Auf Wunsch mehrerer Zuhörer*innen wird Barbara Laimböck auch in dieser Saison wieder einen Vortrag halten: Sie wird sich sexuellen Funktionsstörungen widmen und dabei das Thema Diagnostik berücksichtigen.

 

Michael und Enid Balint haben die zu ihrer Zeit noch weit verbreiteten Vorstellungen der Psychoanalytikerin als Leinwand, auf die die Patientin ihre Projektionen richten könne, oder als glattpolierte Spiegelfläche grundlegend in Frage gestellt und darauf hingewiesen, dass Patienten auch in Erstgesprächen, die der diagnostischen Einschätzung dienen sollen, auf Verhalten und Persönlichkeit des Psychoanalytikers reagieren. Stephan Schmidmayer wird diese Überlegungen auch in Hinblick auf Struktur- und Konfliktdiagnostik und die interpersonelle Formulierung von Therapiefoki diskutieren.

 

Angelika Harrer wird sich mit den Neuerungen der Diagnostik von Persönlichkeits-störungen im ICD-11 beschäftigen: Das bis dato übliche kategoriale Klassifikationssystem zur Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen weicht im ICD-11 einer dimensionalen, individualisierten Darstellung von Persönlichkeitsproblemen. Die neue Herangehensweise mit der Erhebung des Schweregrades der Funktionsbeeinträchtigungen sowie der übergeordneten Persönlichkeitsmerkmale wird anhand eines Fallbeispiels veranschaulicht.

 

Im April 2023 wird ein Jour de surprise stattfinden. Lassen Sie sich überraschen!

 

Unsere Saison zum Thema Diagnostik schließt Stephan Engelhardt mit einem seiner außergewöhnlichen Sonder-Jour fixe Vorträge ab. Genaueres über Inhalt, Ort und Zeit wird - wie immer - rechtzeitig bekannt gegeben!

 

 

 

 

Zum Format der Vorträge:

In der letzten Saison haben wir die Vorteile wie auch die Nachteile von Online-Formaten kennengelernt. Jour fixe-Abende mit bis zu 175 Teilnehmer*innen haben das große Interesse an leicht zugänglichen Online-Formaten gezeigt. Gleichzeitig hätte dem einen oder anderen Vortrag für eine noch lebhaftere Diskussion die Atmosphäre in den bekannten Räumlichkeiten gut getan. 

 

In Anbetracht der allgemeinen Planungsunsicherheiten, die die Covid-19 Pandemie mit sich bringt, lassen wir die Entscheidung noch offen, welches Format die angebotenen Vorträge bekommen:

Ob live in der Mariahilfer Straße, hybrid mit zusätzlicher Übertragung oder ausschließlich online werden wir rechtzeitig bekannt geben!

 

Bei dieser Entscheidung spielen neben epidemiologischen Fragestellungen natürlich auch die Wünsche unserer Vortragenden eine zentrale Rolle.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass bei diesen Entscheidungen immer vielseitige Interessensabwägungen stattfinden und wir nie alle zufrieden stellen können.

 

 

 

 

Wir laden alle Kandidat*innen, Therapeut*innen, Dozent*innen, Mitglieder und Gäste herzlich zu den Vorträgen ein und freuen uns auf anregende Diskussionen!

 

Das Wiener Jour fixe-Team:

Clara Bretschneider, Bernhard Hynek, Eva Koch, Reza Nourbakhch-Sabet, Anne Rudlof, Dominik Witzmann, Regina Zörer