Jour fixe Wien 2016/17

„Du musst sehr geduldig sein“, antwortete der Fuchs. „Du setzt dich zuerst ein wenig abseits von mir ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus dem Augenwinkel, anschauen und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse. Aber jeden Tag wirst du dich ein bisschen näher setzen können ...“. Am nächsten Morgen kam der kleine Prinz zurück. „Es wäre besser gewesen, du wärst zur selben Stunde wiedergekommen“, sagte der Fuchs. „Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen glücklich zu sein. Je mehr Zeit vergeht, umso glücklicher werde ich mich fühlen.“[i]

Wir machen uns das Fremde vertraut. Gleichzeitig gehen psychoanalytische Theorien davon aus, dass erst durch die wechselseitige Anerkennung des Fremden, Ich und Du einander als Subjekt wahrnehmen können. Ein Widerspruch? … oder bleibt hier das Wesentlich dem Auge unsichtbar?

Wir wollen in der kommenden Jour Fixe Saison unterschiedliche Bereiche beleuchten, in denen wir mit dem „Fremden“ in Berührung kommen können.


[i] aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry (1974).

10.10.2016Dr.in Karin Lebersorger
Das Fremde im Wunschkind - Psychotherapeutische Beiträge
zu gelingenden Eltern-Kind-Beziehungen nach medizinisch
assistierter Reproduktion 
31.10.2016Lic.phil. Beatrix Weber-Bertschi
Märchen und Geschichten zum Thema Migration
12.12.2016Dr.in Katharina Seifert
Männliche Adoleszenz unter der Bedingung des „Fremdseins“.
Probleme der Ablösung von Eltern, die selbst in der Fremde sind.
Klinische Beispiele und Überlegungen.
16.01.2017
​MMag. Joachim Voitle
Das Fremde in uns selbst
13.02.2017Mag. Christoph Sulyok !! ABGESAGT !!
DER VORTRAG FINDET AM 9.10.2017 STATT

Fremdartige Sexualitäten
13.03.2017
Dr.in Ingrid Reichmann
Wenn der eigene Körper fremd ist/fremd wird 
24.04.2017
Dr. Michael Rosner
Der nach außen projizierte Fremde 
08.05.2017
Dr.in Ulrike Blom
Traum und Wirklichkeit - Chancen und Grenzen der transkulturellen
Psychotherapie
12.06.2017
Mag. Stephan Engelhardt
Die „Szene“ zwischen Erinnerung und Imagination, die Performance
Kunst nach 1945 als intersubjektives Ereignis
Ort wird noch bekannt gegeben.
 
  
  

Die Jour fixe Vorträge finden mit Ausnahme des Sonder-Jour-fixe von
Mag. Engelhardt im

IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Berggasse 17, Seminarraum 1

um 20:00 Uhr c.t. statt.

Wir freuen uns auf interessante Vorträge und anregende Diskussionen!

Das Wiener Jour-fixe-Team (Margot Artner, Clara Bretschneider, Kristiina Linna-Lutz, Regina Zörer, Matthias Boesch, Stephan Engelhardt)